Interview – Leipziger Volkszeitung

The following is a reprint of an interview that appeared in the Leipziger Volkszeitung Online (LVZ-Online) on October 6, 2014. Evelyn ter Vehn conducted the interview:

Von Berlin nach San Diego: J. Elke Ertle stellt ihre Geschichte in Leipzig vor. Leipzig. Sie stand auf der Westseite, als die Mauer in Berlin hochgezogen wurde. Trotzdem fuehlte sie sich aus vielen Gruenden eingegrenzt. Jutta Elke Ertle ist im Nachkriegs-Berlin aufgewachsen und wanderte spaeter nach Amerika aus. Im Rahmen der Lichtfest-Veranstaltungen kommt sie am Dienstag nach Leipzig und stellt ihr Buch “Walled-In” (Eingemauert) vor: Eine persoehnliche Reise in die Freiheit. LVZ-Online sprach mit der US-Autorin.

Ihre Kindheit war gepraegt vom Mauerbau-Erlebnis und dem Leben in einem geteilten Berlin. 1989 lebten Sie schon lange in Kalifornien. Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?

Ich habe die Fernsehbilder gesehen, und ich fuehlte eine grosse Freude fuer alle, die diese Freiheit erlebten. Nie haette ich gedacht, dass es mit dem Mauerfall mal so schnell gehen koennte.

Was war der Ausloeser dafuer, ihre persoehnliche Berlin-Geschichte aufzuschreiben?

Mauern haben in meinem Leben eine besondere Bedeutung gehabt. Da gab es die Berliner Mauer, aber auch die elterlichen “Mauern”, die fuer mich als Teenager noch viel wichtiger waren. 1989 habe ich an all das wieder gedacht. Als ich in den Ruhestand ging, fing ich an, darueber zu schreiben. Und ploetzlich hatte ich 200 Seiten gefuellt.

Durch welche elterlichen Mauern haben Sie sich am staerksten eingeschraenkt gefuehlt?

Meine Eltern waren sehr gut  solange ich alle Regeln befolgte. Vor allem beim Thema Jungs waren sie aber viel strenger als die Eltern meiner Freundinnen. Andererseits hielten sie ein Studium nicht fuer wichtig, weil sie davon ausgingen, dass ich heiraten wuerde. Ich habe dann eine amerikanische Familie kennengelernt, in der es viel offener zuging. Da habe ich gewusst: Ich moechte das fuer mein Leben auch so hinkriegen, dass ich einmal fuer mich selbst entscheiden kann.

Sie sind dann tatsaechlich nach Amerika ausgewandert. Wie kam es dazu?

Eigentlich wollte ich nur ein Jahr nach San Diego, um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen, vor allem aber wollte ich unabhaengiger werden. Aber mit einem Besuchervisum haette ich in den USA nicht arbeiten koennen, und ich musste mir alles selbst finanzieren. An meinem 21. Geburtstag bekam ich dann die Genehmigung fuer die Einwanderung.

Sie sind jetzt auf Lesereise in Deutschland. Was wollen Sie den Menschen mit auf den Weg geben?

Wenn jemand meine Freiheit einschraenken will, ohne die Berechtigung dazu zu haben, straeuben sich mir die Nackenhaare. Das Buch zeigt: Wenn man den Willen hat, etwas zu aendern, kann man auch viel schaffen.

„Walled-In. A West Berlin Girl’s Journey to Freedom“, 7. Oktober 2014, 19 Uhr, Deutsche Nationalbibliothek (Vortragsraum 2. Obergeschoss). Die Lesung wird vom US-Generalkonsulat Leipzig in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek veranstaltet. Das Grusswort haelt US-Generalkonsul Scott Riedmann. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt, der Eintritt ist frei.

 

For a sneak peek at the first 20+ pages of my memoir, Walled-In: A West Berlin Girl’s Journey to Freedom, click “Download a free excerpt” on the home page of http://www.walled-in-berlin.com. Walled-In is a story of growing up in Berlin during the Cold War.

 

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